Offenbach News

16.04.2019

Willkommen im Offenbach-Jahr 2019, willkommen in unserer Rubrik „Offenbach-News“!

 

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„Ihr sollt niemals aufhören zu leben, ehe ihr gestorben, welches manchem passiert und ein gar ärgerliches Ding ist."

Das Offenbach Jahr im März und April

Ihr sollt niemals aufhören zu leben, ehe ihr gestorben, welches manchem passiert und ein gar ärgerliches Ding ist.“ Ein wahrer Spruch von Jacques Offenbach, den NRW Schulministerin Yvonne Gebauer in ihrer Rede zur ersten Schulaufführung im Offenbach-Jahr zitierte. Das ließen sich die Schülerinnen und Schüler des Stadtgymnasium Porz nicht zweimal sagen und brachten eine fantastische Offenbach-Revue auf ihre Schul-Bühne. Die anwesenden Gäste in der ausverkauften Aula, Eltern und zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung – angefangen bei Regierungspräsidentin Gisela Walsken, über Bürgermeister Henk van Benthem, LVR Vorsitzende Anne Henk-Holstein, CDU Landtagsabgeordneter Florian Braun, und Metropolregion Rheinland Chefin Kirsten Jahn waren begeistert.

Insgesamt 250 (!) Beteiligte des Stadtgymnasium Porz und der Carl-Stamitz-Musikschule Porz zauberten eine wahrhaft magische Vorstellung: Auf der Baustelle der Kölner Oper tauchte Jacques Offenbach auf, Figuren aus seinen Bühnenwerken ließen viele seiner bekanntesten Melodien und auch Lieder vom Vater Isaac erklingen, der Kantor in der Synagoge war. Für diesen Auftritt im Chor trugen alle Kinder eine Kippa, die sie zum Teil selbst gehäkelt hatten. Ein tolles Engagement, das mit langem Applaus belohnt wurde.

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Noch im März wurden die Jüdischen Kulturtage in der Synagogen-Gemeinde Köln eröffnet. In diesem Jahr stand auch der Jubilar Jacques Offenbach im Zentrum, musikalisch und auch inhaltlich: Unser wissenschaftlicher Berater Dr. Ralf-Olivier Schwarz erläuterte im vollbesetzten DOMFORUM mit einer musikalischen Archäologie die Parallelen zwischen Vater und Sohn. Offenbachs Vater Isaac war der erste große Kantor in Köln und äußerst musikalisch. Stecken hinter den bekannten Operettenmelodien vom Sohn also tatsächlich jüdische Melodien? Über das wissenschaftliche Fazit von Dr. Schwarz werden Sie stauen. Vortrag leider verpasst? Kein Problem, hier können Sie ihn noch einmal anschauen.

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Im April...

..... beschäftigten wir uns in einer Podiumsdiskussion mit der Frage: Karriereschub durch religiöse Konversion? Antisemitismus gestern und heute. „Der Taufzettel ist das Entreebillet zur europäischen Kultur“ – so pragmatisch brachte es der als Jude geborene Heinrich Heine auf den Punkt. Was für Heine gilt, gilt auch für viele andere Juden damals – auch Jacques Offenbach. Beide verlassen ihre rheinische Heimat und wandern in das weltoffene Paris aus, beide lassen sich taufen – der Sohn des Kölner Synagogenkantors konvertiert 1844, kurz vor seiner Hochzeit. Offenbach macht Karriere. Wäre diese Erfolgsgeschichte des Kölner Kantorensohn aus der Glockengasse möglich gewesen ohne den Übertritt zum Christentum? Machte Offenbach Karriere erst aufgrund seiner Konversion? Und wie sieht es heute aus um die Bedeutung von religiösen Zugehörigkeiten und Prägungen? Welche Rolle spielen Erfahrungen der Ausgrenzung, ja der Ächtung im gesellschaftlichen und kulturellen Leben, damals wie heute?

Darauf versuchte das hochkarätig besetzte Podium mit Prof. Dr. Birgit Klein, Rabbinerin, Hochschule für jüdische Studien Heidelberg, Prof. Dr. Joseph Kruse, langjähriger Direktor des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf, Dr. Ralf-Olivier Schwarz, Frankfurt, Musikwissenschaftler, und Rebecca Simoneit-Barum, Jüdin, Schauspielerin und Unternehmerin, eine Antwort zu finden.

Sie konnten nicht dabei sein? Hier können Sie sich die Diskussion noch einmal anschauen.

 

 

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Anlässlich der Jüdischen Kulturtage gingen wir von der Kölner Offenbach-Gesellschaft die Kooperation mit dem ZAMUS - Kölner Fest für Alte Musik ein. 

Die drei Musiker Evgeny Sviridov (Violine), Davit Melkonyan (Violoncello) und Tobias Koch (Hammerflügel) sind allesamt Spezialisten der historischen Aufführungspraxis, Wettbewerbspreisträger und Mitglieder in internationalen Ensembles. Gleich den Geschwistern Offenbach erinnern sie an die Verbindung zwischen Köln und Paris, Rhein und Seine, Veedel und großer Weltbühne.

Bei ihrem Konzert in der Synagogen Gemeinde Köln brachten sie selten gehörte Stücke zu Gehör. So u.a. eine Gemeinschaftskomposition der beiden Brüder Jules und Jacques für Violine und Violoncello über Themen aus "Wilhelm Tell" von Rossini.

OFFENBACH TO GO….

…unsere Ausstellung von Köln über Paris in die Welt wandert weiter…

Nach Stationen im Rathaus Köln, in der Kölner Oper, der Kreissparkasse am Neumarkt, der Rhein-Energie am Parkgürtel und der Technischen Hochschule in Deutz,  zieht die Wanderausstellung am 18.6 nach Paris, ins Rathaus des 9. Arrondissements. Sie zeigt genau dort, wo Offenbach zu Beginn seiner Pariser Zeit gelebt hat, nicht nur den facettenreichen Lebensweg des Komponisten, sondern sie präsentiert der Öffentlichkeit auch bislang unbekannte Dokumente. Vor Ostern wird die Ausstellung noch einmal um ein Element erweitert, das den familiären Hintergrund Offenbachs aufnimmt und seinen Vater Isaak beleuchtet.

 

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Noch bis zur Europawahl am 26. Mai ist eine Anmeldung zum Schulwettbewerb „JACQUES & ICH“ möglich. Gesucht werden kreative Ideen in der Auseinandersetzung mit Jacques Offenbach.  Auch ein Sonderpreis zum Thema Offenbach und Europa wurde ausgerufen. Teilnehmen können Klassen und Projektgruppen aller Schulformen der Stufen 5 - 13 im Schuljahr 2018/2019. Es winken Geldpreise für die besten Einsendungen. Weitere Informationen gibt es hier.

 

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Und wie geht es weiter?

Bei aller Liebe zu Köln – ohne Pariser Flair wäre Offenbach nicht Offenbach. Am 18. und 19. Mai fahren daher Vorstand und Mitglieder der Kölner Offenbach-Gesellschaft, die Roten Funken sowie Vertreter der Stadt Köln und der Hochschule für Musik und Tanz Köln nach Paris, um an der Veranstaltung zu Offenbachs 200. Geburtstag im 9. Pariser Arrondissement teilzunehmen. Dabei geht es nicht nur darum, eine Gedenktafel an Offenbachs erster Pariser Wohnstätte anzubringen, sondern vor allem auch darum, den Kulturaustausch zwischen Köln und Paris zu stärken. Es wird einen Rundgang durch „Offenbachs Paris“ geben, Konzerte, einen Empfang im Rathaus und ein „Charivari“, ein Volksfest im Stil des 19. Jahrhunderts.

Sie möchten auch nach Paris? Die Infos finden Sie hier.

 

 

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Wissen Sie schon, was Sie im Sommer machen? Für Daheimgebliebene haben wir einen Tipp:

Ab Juli lockt unser Sommer-Highlight: Die „MUSIKPICKNICKS MIT OFFENBACH“.

In den Parkanlagen der historischen Schlösser im Rhein-Erft-Kreis und im Oberbergischen bekommen Besucher zusammen mit den Tickets eine lecker gefüllte Picknick-Tasche und eine Decke zum gemütlichen Speisen und dann geht es los mit dem Hörgenuss: Es erklingen Offenbachs schönste Melodien!

Alle Informationen zu den Programmen, den Orten und dem Ticketverkauf gibt es hier.

Die nächsten Offenbach-News erscheinen im Mai. Zum Veranstaltungskalender geht es hier: www.yeswecancan.koeln/veranstaltungen

Weiterhin viel Freude im Offenbach-Jahr wünscht Ihnen

Claudia Hessel, Koordinationsleitung Offenbach-Jahr

 

Veranstaltungsbilder: ©Randolf Allenstein,©Kay-Uwe Fischer,©Offenbach-Gesellschaft

Hier finden Sie die vorherigen Newsletter zum Download:

Offenbach-News I vom 27.11.2018

Offenbach-News II vom 19.12.2018

Offenbach-News III vom 30.01.2019

Offenbach-News IV vom 07.03.2019